1:3 – Ü50 verliert Spitzenduell

Wenn ist ein wunderbares Wort. Und in den Stunden der Niederlage, die wir leider am Samstag Abend im Gipfeltreffen bei der Spielgemeinschaft SCVM/Altengamme kassiert haben, muss man es in der anschließenden Analyse einfach bemühen dürfen. Also: Wenn wir zu Anfang nicht so ängstlich gewesen wären und uns dem Druck der Gastgeber mutiger entgegengestellt hätten, wenn Marios Ausgleichstor nicht aus unserer Meinung nach nichtigen Gründen aberkannt worden wäre, wenn Wilkens Standrückzieher den Weg über die Linie gefunden hätte, wenn der angesetzte Schiedsrichter erschienen, die aus dem Marschländer Dunstkreis kommende Ersatzpfeife nicht benötigt worden und das aus Glinder Sicht deutlich im Abseits erzielte 2:1 nicht gefallen wäre, wenn wir noch eine unserer wenigen, aber guten Chancen genutzt hätten, wenn wir noch mehr unser Herz in die Hände genommen hätten und es uns stattdessen nicht in die Hose gerutscht wäre, tja dann, dann hätten wir diese entscheidende Partie um die Meisterschaft gewonnen, dem ungeliebten Kontrahenten aus den Weiten des Elbvorlandes endlich mal den Schneid abgekauft, drei Kästen Bier und literweise Cola-Whiskey in der Kabine gekillt und dem armen Henne (dem an dieser Stelle schnelle Heilung zu wünschen ist) den kleinen Cut am Auge gleich vor Ort mannschaftskameradlich zugenäht. Doch es kam anders: Der Gastgeber gewann 3:1 – und die Glinder verloren das Duell um die Tabellenführung in der S 51.

Und das ist, so ehrlich und fair muss man sein, auch verdient. Die blauen Männer vom Gammer Weg, wo diese eklig kleine Kunstrasenparzelle, der man eigentlich die Genehmigung entziehen müsste, ihr Dasein fristet, waren in vielen Belangen besser: ob spielerisch, ob kämpferisch, ob taktisch. Sie haben in der Summe einfach die talentierteren Fußballer – und an diesem Tag auch noch das gehabt, mit dem sich gerade der TSV eine Chance auf den Sieg ausgerechnet hatte: einen großen Willen und das nötige Glück.

So knallte der Weitschuss nach zehn Minuten zum 1:0 eben in den Winkel und nicht ans Gitter hinterm Tor. So ließen sich die Gastgeber nach Heinzes herrlich trockenen Flachschuss ins untere Eck auch vom Glinder Ausgleich nicht verrückt machen, schüttelten sich kurz und erhöhten halt wieder Druck und Tempo. Und dennoch keimte unsere Hoffnung zurecht. Denn in den zehn, fünfzehn Minuten vor und den zehn, fünfzehn Minuten nach der Pause waren wir dran. Wir hatten Möglichkeiten, eine zunächst standhafte Verteidigung und vor allem mit Micha einen grandiosen Keeper, der uns im Spiel hielt und die Altengammer Angriffswellen ein ums andere Mal verebben ließ.

Am Ende war auch er geschlagen. Und verdammt, sich wie alle in die Unterstützerliste für die Hilfsorganisation „Düneberg“ einzutragen. Die Mannen aus dem Geesthachter Stadtteil, in diesem Jahr mit einer ungewohnt starken Saison, treffen im letzten Spiel daheim auf den im Moment scheinbar sicheren Meister SCVM/Altengamme. Doch im Fußball, das wissen und hoffen wir, kann ja bekanntlich alles passieren. Und deswegen sollten wir uns letztes Spiel – am 13. Mai in Dassendorf – wieder mit Lust und Leidenschaft und voller Siegeswillen angehen.

Wollten mehr: Michael Martinet, Achim Urbschat, Henrik Schöning, Hauke Neuendorf, Rainer Lorenz, Francisco Zitzmann, Jörn Hedtke, Andreas Leicht, Guido Behlau, Jörn Wilkens, Mario Scheck, Frank Woller, Mathias Heinze, Dirk Seiffert und Frank Gabbert