Supis 2:2 – gerechtes Remis gegen HSV

Tore: 1:0, 2:1 Leicht

Gerade erst hatte der Schiedsrichter die Partie auf dem Kunstrasenplatz der Frank-Gabbert-Arena angepfiffen, da arbeiteten die Glinder Balltechniker schon wieder fleißig an ihrem Frühtreffsystem. Wie eine Woche zuvor bei West-Eimsbüttel führte der erste Angriff gegen die 1. Seniorentruppe des HSV das Leder in die dafür vorgesehenen Maschen. Schecker tankte sich auf der linken Seite unaufhaltsam in den Strafraum, legte zurück auf den mitgelaufenen Leichti, und der zirkelte die Kugel aus zehn Metern direkt und in einer herrlichen Sinuskurve angelegt über den Keeper ins Gehäuse. Kann man mal so machen.

Leider machten die Glinder aber dann nicht so weiter wie gegen Eimsbüttel. Nur ein paar Minuten nach der Führung war unser Verteidigungsanwalt gedanklich schon beim nächsten Fall und säbelte so schulmäßig über den Ball, dass der HSV-Stürmer seine Pflicht nur erfüllen konnte. Indes: Die Chancen, den unglücklichen Ausgleich gleich wieder auszubügeln, waren da. Doch Konzentration und Glück fehlten diesmal, dazu ließen  Laufbereitschaft und Konditionsvermögen zu wünschen übrig, Zusammenspiel und Raumordnung litten.

Außerdem war die Gästemannschaft freilich ein ganz anderes Kaliber als der brave Gegner vom vergangenen Samstag. Der HSV hatte ein paar Hochkaräter in den Reihen und folgerichtig auch auf dem Fuß. Doch irgendwie blieb Kleins Kasten im weiteren Verlauf sauber. Mal flog das Spielgerät vorbei, mal drüber, mal hielt es der Torwart fest, einmal wurde es noch gerade so von der Linie gekratzt, und dann erinnerten wir uns endlich daran, dass der Gegner im hinteren Bereich seinem großen Bruder in der Bundesliga in nichts nachsteht: Heinzes Pass an den Sechzehner ließ man höflich zu Leichti durch, der lief frei auf den Torwart zu und schoss mit links nach rechts zum 2:1. Die erneute Führung, und das ganz kurz vor der Pause.

Eigentlich ein perfekt gesetzter Nadelstich. Den man gleich nach Wiederanpfiff noch ein Stück tiefer hätte bohren können: Doch nachdem sich Heinze geschmeidig durch die gegnerische Abwehrreihe geflutscht und den Torwart zu einer normalerweise fatalen Faustabwehr nach vorn gezwungen hatte, verlor Kollege Leicht im entscheidenden Moment seine Standfestigkeit und fiel einfach um anstatt den Abpraller unter die Latte zu jagen. Was dann folgte, war ein zuweilen offener Schlagabtausch. Die Rautengruppe zog das Tempo wieder an, kam verdient zum erneuten Ausgleich, hatte gleichwohl Glück, dass Glinde im Abschluss Konsequenz wie Cleverness fehlte und dann wieder Pech, dass unser Guido ihrem Dribbelkönig mit der Nummer 11 an der Mittellinie so rustikal wie gerade noch rechtzeitig den freien Weg zum Tor verbaute. Der empörte Gast forderte Rot, der eigentlich gar nicht so nette Schiri gab dem eigentlich immer so netten Herrn Behlau Gelb, und Glinde atmete kräftig durch.

Dass am Ende schließlich ein Remis steht, ist gerecht – doch enthebt uns nicht der Pflicht zur ehrlichen Selbsterkenntnis: An diesem herrlichen Herbstsonntag waren wir konditionell zu schwach und nicht willensstark genug, um die nötige Kampfkraft und die nötige Konzentration aufzubringen, auch stärkere Gegner wie diesen im Griff zu halten. Aber schön, dass wir in zwei Wochen daran schon wieder arbeiten können: Die 2. Senioren des HSV kommt da gerade recht.

Hätten gewinnen, aber auch verlieren können: Thomas Klein, Thomas Mezele, Rainer Lorenz, Henrik Schöning, Francisco Zitzmann, Guido Behlau, Andreas Leicht, Mathias Heinze, Olli Knoch, Frank Woller, Mario Scheck, Frank Gabbert, Reinhold Zucht, Detlef Sievers, Jörn Wilkens