Supis 4:2: Spiel gedreht, Spitze erreicht!

Tore: 1:2 Scheck, 2:2 Heinze, 3:2 Wilkens, 4:2 Wilkens

15 Männer mit Moral: Die standen am Sonntag mittag auf dem Glinder Kunstrasenplatz und feierten einen Sieg, der eindrucksvoller nicht hätte sein können und für den kein besserer Zeitpunkt zu finden gewesen wäre. 4:2 gewann die Truppe gegen Harburg, holte dabei einen 0:2-Pausenrückstand auf und sich damit die Tabellenführung in der LL03 – und das fünf Tage vor dem Spitzenspiel bei SVNA, das über ein 0:0 in Moorburg nicht hinauskam und nun zwei Punkte hinter Nicos eingeschworener Gemeinschaft liegt. Ein Erfolg des Willens, der auf unserem Weg in dieser Saison womöglich ein ganz wichtiger ist. Und der dem Glinder Team für das Gipfeltreffen in Nettelnburg-Allermöhe jede Menge Selbstvertrauen einflößt.

Die Partie begann, wie es die Konstellation erwarten ließ: Der bis dato Tabellenzweite drückte den Tabellenvorletzten in die eigene Hälfte. Freilich nicht mit voller Laufbereitschaft und Kombinationssicherheit, aber doch gekonnt und so massiv, dass schon in der ersten Viertelstunde gute Chancen zur Führung auf dem Fuß des ein oder anderen lagen. Doch mal war es Unvermögen, dass der Erfolg ausblieb, mal Eigensinnigkeit, mal fehlte das Glück, mal machte der Gästekeeper Aussichtsreiches zunichte, und dann lenkte ein Hamburger Schädel Hennes Strahl aus 16 Metern am Tor vorbei.

Als dann alle sich sicher waren, dass es nur noch eine Frage der Zeit sei, wann es im gegnerischen Kasten klingelt, schlich sich unbemerkt der Leichtsinn in die Glinder Reihen. Harburg nahm den Kollegen Schlendrian schnell und gern bei sich auf, überbrückte plötzlich viel zu einfach das Mittelfeld, schickte seinen Stürmer auf die Reise, der als Geschenk das 1:0 für seine Jungs mitbrachte. Lange Gesichter beim Gastgeber, die noch länger wurden, als die nächsten Möglichkeiten weiterhin nicht genutzt wurden und stattdessen Mannschaftskamerad Schöning einen Schuss aus spitzem Winkel unhaltbar für Harry, der in einer Szene zuvor noch bravourös pariert hatte, ins eigene Netz abfälschte. 0:2 – wer bei tipico auf diesen Halbzeitstand gesetzt hätte, hätte bei Edith und Locke im Kabuff eine Saison lang Kaffee satt gehabt.

Apropos Wachmacher: Das war genau das, was die Glinder jetzt brauchten. Und den kriegten sie auch. Kurz nach Wiederanpfiff nahm sich Schecker die Kugel, kurvte übers Spielfeld, ließ sich auch durch ein Foul nicht stoppen und drosch das Ding aus 20 Metern in den Knick. Endlich einer drin – und das so früh in Halbzeit zwei, dass nun alles wieder offen war. Der Knoten löste sich, die Druckwelle auf Harburg wurde größer, die Chancen ergaben sich im Minutentakt. Das Glinder Spiel begann, auf Hochtouren zu laufen – angetrieben von Cisco und dem überragenden Hedi, der die  Gegenangriffe meist schon im Ansatz stoppte, immer einen Schritt schneller als der Gegner war, bereits vorher wusste, was passiert, und dann noch die Pässe genau dorthin spielte, wo sie hinmussten. Großes Kino, Herr Hedtke!

Die Konsequenzen der Überlegenheit bekamen die Gäste dann deutlich zu spüren. Zwar hatte Leichti bei seinem Flugkopfball nach Zitzmanns Zuckerflanke noch vergessen, dass ja auch ein Keeper im Kasten steht, doch danach war der Ausgleich nicht mehr zu verhindern. Denn so goldrichtig der Gästeschlussmann bei Leichtis Flugeinlage stand, so weit befand er sich vor dem Tor, als Heinze aus 15 Metern den Ball nicht übermäßig fest, aber hoch genug schoss, damit er unter die Latte klatschte und ins Netz rutschte. Der nächste Schub für Nicos Truppe. Und vor allem für Jörn Wilkens: Unser nimmermüder Alt-Star war es, der mit seinem Doppelpack schließlich die verdiente Entscheidung brachte. Erst nahm er einen sehenswerten Außenristpass von Leichti wunderbar mit und versenkte das Leder souverän, dann verarbeitete er eine Hereingabe so geschickt, dass der gegnerische Abwehrspieler den Ball nur noch ins eigene Netz bugsieren konnte. Ach, wie gut, dass JW nach wie vor seine Fußballstiefel für den TSV schnürt statt seine Rente nur noch als Glindes flotteste Politesse aufzubessern.

Glindes Aufgebot und Nicos Noten

Harry Streich (2), Reinhold Zucht (3,5), Achim Urbschat (2,5), Guido Behlau (3), Henrik Schöning (2), Maik Baumann (2,5), Andreas Leicht (2), Francisco Zitzmann (1,5), Jörn Wilkens (1,5), Frank Gabbert (2,5), Mario Scheck (2), Jörn Hedtke (1), Oliver Knoch (2,5), Mathias Heinze (2), Thomas Mezele (2)