5:1 – Supis auch in Wandsetal meisterhaft

Tore: 1:1 Nzegwu, 2:1 Wiese, 3:1 Knoch, 4:1 Leicht, 5:1 Richter


Es war wieder so ein Tag, an dem einen bewusst wurde, warum man in diesem Alter noch so gern Fußball spielt. Ein sandiger Kunstrasen irgendwo in Wandsbek, fieser Dauerregen, klatschnasses Trikot und ein Gegner, der hinten drin steht, als sei es das einzige Ziel des Spiels, bloß kein Tor zu fangen. Der dann auch noch den eigenen Plan konterkariert, weil er zufälligerweise in unserem Strafraum an die Pille kommt, deren Schwung unser Schlussmann zuvor nicht ganz so richtig eingeschätzt hatte, und aus dem reinen Nichts in Führung geht. 0:1 nach zwölf Minuten – da guckten sich die Glinder auch erstmal ratlos an, zumal die gastgebende Spielgemeinschaft Wandsetal/Farmsen sofort wieder die Schotten dicht machte. Dass es dann am Ende 5:1 für uns ausging, hätte in dem Moment nicht jeder unterschrieben.

Gleichwohl: Der Spielverlauf bis dato hatte schon daraufhin gedeutet, dass wir unsere Überlegenheit, die sich in mindestens 90 Prozent Ballbesitz beziffern ließ, irgendwann in Buden umwandeln würden. Den Anfang und Ausgleich machte dann allerdings einer, den man so einen Abschluss gar nicht zugetraut hätte. Doch Christopher, seit einiger Zeit endlich wieder bei der Truppe, zog einfach mal aus 20 Metern ab. Und weil er wusste, dass seinem Schuss auf diesem langen Weg am Ende die Luft ausgehen würde, zielte er geschickt auf Hedis Hintern, von dem die Kugel kräftig abgefälscht wurde und unhaltbar in die Ecke flog. 

Das 1:1 noch vor der Halbzeit – was wichtig war, um sich beim Pausentee (danke, Heinz!) aus der Verkrampfung einer drohenden unnötigen Niederlage zu lösen und nach Wiederanpfiff gleich auf die bewährten Druckmittel zu setzen. Hatten wir uns in den ersten 35 Minuten auch schon Chancen erarbeitet, wurden die nächsten Möglichkeiten nun konsequent genutzt. Vier Minuten dauerte es nur, da ließ sich Wiese nicht aus der Ruhe bringen und bugsierte aus acht, neun Metern lässig den Ball ins Tor. Weitere zehn Minuten später flankte Hauke butterweich auf Knoches Schädel, von dem das runde Ding in einer wunderbaren Flugkurve in die rechte obere Ecke segelte. Die Partie, sie war entschieden. Die in der ersten Hälfte noch geordneten Reihen der Gastgeber lichteten sich, die Kräfte schwanden, die Konzentration sackte ab, dem TSV-Tempo kam keine der nassen roten Hosen hinterher.

Und bei uns lief das Bällchen. Eine schöne Kombination nach der anderen rollte auf den guten Gästekeeper zu. Und wäre der nicht gewesen und hätten wir uns etwas besser konzentriert, das Ergebnis für die Wandsetaler hätte fürchterliche Ausmaße einnehmen können. So traf die Truppe nur noch zweimal, aber dafür sehenswert. Leichti, vom starken Hauke äußerst fein im Strafraum angespielt, schlenzte das Leder genauso gekonnt ins lange Eck. Und Jürgen Richter, der Hrubesch von Glinde, nutzte den Kopf zum Denken und kickte die Kugel schlau und einfach mit der Pike in die Kiste. Endlich mal wieder dabei, der Gute, und schon das erste Saisontor: der perfekte Schlusspunkt einer starken zweiten Halbzeit.

Also Männer, am nächsten Mittwoch noch einmal Fahrt aufnehmen und die Eisenbahner von den Schienen schießen. Dann haben wir ein erstes großes Ziel erreicht, an das wir vor einem halben Jahr gar nicht geglaubt haben: Erster in der LL03!

Grüßen weiter von der Spitze: Harry Streich, Henrik Schöning, Hauke Neuendorf, Christopher Nzegwu, Stephan Ruhe, Jörn Hedtke, Francisco Zitzmann, Andreas Leicht, Stefan Wiese, Mathias Heinze, Oliver Knoch, Thomas Krüger, Jürgen Richter, Bernd Bertram, Detlef Sievers und Coach Nico Scheck