Gelungener Auftakt der Ü55: 2:1 gegen Buchholz

Tore: 1:0 Richter, 2:1 Leicht

Auf der nicht mehr ganz so intakten Anzeigetafel des TSV Glinde leuchtete gerade noch erkennbar die 19. Minute, als Schecker den Spielzug des Tages eröffnete. Sein herrlicher Flachpass schnitt sich messerscharf durch die gegnerische Abwehr, traf dann millimetergenau den Laufweg von Leichti, dessen butterweiche Flanke vom linken Rand des Sechszehners Mannschaftskamerad Jürgen Richter aus sechs Metern per Kopf ins Buchholzer Gehäuse wuchtete. „Wie Hrubesch“, raunte es von der Glinder Bank. Und in der Tat: Horst-Jürgen hatte das Bällchen vorbildlich versenkt. Eins mit Sternchen und 1:0 – die völlig verdiente Führung für die Hausherren.

Die hatten sich zuvor schon einige gute Möglichkeiten erspielt und hätten zu dieser Zeit eigentlich schon klarer in Front liegen müssen. Doch so ganz konzentriert waren Nicos Jungs bis dato nicht zu Werke und eben auch nicht an die Leistungsgrenze gegangen. Was aber gegen den Gast aus Buchholz notwendig gewesen wäre. Denn die Truppe aus der Nordheide trat kompakt und engagiert auf, hatte beileibe keine Interesse daran, auf dem perfekt sommergepflegten Rasenplatz die Hütte voll zu kriegen. Freilich: Angst machten die Roten niemanden. Aber auch gegen offensiv harmlose Zeitgenossen muss man Dampf machen und eine gewisse Konsequenz in der Chancenauswertung zeigen.

Und so kam es, wie es doch so häufig kommt, wenn der eine ein bisschen zu nachlässig ist und dem anderen plötzlich der Zufall in die Karten spielt. Keine zehn Minuten nach der Glinder Traumkombination zeigte Schiedsrichter Harald Fitsch auf den Punkt. Elfmeter für Buchholz. Ob es wirklich einer war, ob das vermeintliche Foul vielleicht doch vor der Strafraumgrenze verübt wurde, ob der arg penible Unparteiische gerade in dieser Situation nicht richtig hingeschaut hatte – im Grunde war das völlig egal. Die Abwehrstrategen des TSV hatten sich so leichtfertig und umständlich angestellt, dass der ungerechte Strafstoß die gerechte Bestrafung war. Mit 1:1 ging’s in die Halbzeit – und mit einem nervigen Völlig-unnötig-Gefühl.

Nur gut, dass wir uns davon nicht zu sehr beeindrucken ließen. Nach der Pause schaltete man wieder einen Gang hoch. Die Abwehr zeigte sich standhaft. Davor schirmte Alt-Glinder Guido Behlau genauso gut ab wie Neu-Glinder Maik Baumann, der zur Freude der Truppe statt weiter in Ohe jetzt bei uns als umsichtiger Sechser kickt. Eine echte Verstärkung wie auch unser zweiter Neuzugang Hans Gelinski. Der hat zwar nach eigener Auskunft seit acht Jahren nicht mehr auf dem Platz gestanden, aber bei seiner Premiere im Glinder Mittelfeld so gespielt, als wären es höchstens acht Wochen gewesen. Doch der Druck, den Mittelfeld und Angriff erzeugten, wurde erst in der 54. Minute zu Zählbarem. Und das auch nur aus einer Standardsituation: Eine Schecker-Ecke segelte auf Leichtis Schädel und von dort als Bogenlämpchen über die Hände des verzweifelt hüpfenden Keepers unter die Buchholzer Latte.

Was folgte, waren weitere Chancen, die hübsch herausgespielt, aber leider nicht genutzt wurden. Und so leuchtete es auf der nicht mehr ganz so intakten Anzeigetafel nach kaum erkennbaren 72 Minuten nur 2:1. Ein Sieg, der höher hätte ausfallen müssen. Aber eben ein Sieg – und damit ein guter Start in eine hoffentlich noch bessere Saison.

Fuhren den ersten Dreier ein: Thomas Klein, Rainer Lorenz, Reinhold Zucht, Achim Urbschat, Guido Behlau, Maik Baumann, Hans Gelinski, Mathias Heinze, Andreas Leicht, Jürgen Richter, Mario Scheck, Thomas Mezele, Andreas Fischer, Detlef Sievers, Harry Streich und Coach Nico Scheck