3:0 gegen SCVM/Altengamme: Ü50 bezwingt Spitzenreiter

Tore: 1:0 Hedtke, 2:0 Scheck, 3:0 Heinze

ENDLICH MAL! So hieß es schon am letzten Sonntag im Oktober nach dem lang ersehnten Auswärtserfolg der Ü50 bei den Eisenbahnern. Und auch am ersten Sonntag im November sind das die zwei Worte des Tages: ENDLICH MAL! Endlich mal ein Dreier gegen die Spitzentruppe der Spielgemeinschaft SCVM/Altengamme. Und was für einer: 3:0 (1:0) – leidenschaftlich erkämpft, clever herausgespielt und völlig verdient. Ein Sieg des Wollens und des Könnens, eine Mannschaftsleistung, für die sogar nur ein Wort reicht: GEIL!

Coach Hedtke hatte der Glinder Truppe die richtige Taktik mit auf den Weg gegeben: Draufgehen! Räume eng machen! Gegen Ball und Gegner arbeiten! Kämpfen! Laufen! Jeder für jeden! Und immer weiter! Die bekanntermaßen äußerst talentierten Gäste kommen lassen – das wäre wohl der sichere Tod gewesen. Zu oft hatten uns die starken Jungs aus dem Elbvorland, die auch an diesem Spieltag als Tabellenführer angereist waren, in der Vergangenheit überrannt. Und so begann die Partie auch genau wie erwartet: SCVM/Altengamme zündete sofort den Turbo und ließ ihre diversen Einzelkönner auf die Glinder Verteidigungslinien los. Doch wir hatten an diesem Tag eben auch acht Zylinder unter der Haube – und vor allem ein Team am Start, das zusammen spielte und zusammenhielt. Die Abwehr stand, das Mittelfeld rackerte, die Stürmer setzten schmerzhafte Nadelstiche (siehe Einzelkritik am Ende). So sehr sich die individuelle Klasse des Marschgammer Ensembles auch zeigte, wirklich zwingende Torchancen eröffneten sich ihnen nicht. Im Gegensatz zu uns: Wir nutzten die offenen Flanken in der gegnerischen Defense. Die Führung nach einer Viertelstunde war die logische Folge und hätte kurz danach sogar ausgebaut werden können.

Das taten wir dann in Hälfte zwei. Dem wilden Ansturm der Spielgemeinschaft nach Wiederanpfiff wurde, auch hier und da mit ein wenig Glück, gekonnt getrotzt – mit gutem  Stellungsspiel, Zweikampf- und Kopfballstärke und hoher Laufbereitschaft. Und als ob des Glinder Bollwerks der Frustlevel bei den Gästen in die Höhe stieg, machten wir den Sack zu. In den hätten die Offensivkräfte sogar noch zwei Tore mehr packen und dafür sorgen können, dass der Blick auf die Tabelle nach diesem Spieltag noch schöner gewesen wäre. Aber wir wollen ja nicht übermütig werden: mit 13 Zählern punktgleich auf Platz zwei hinter SCVM/Altengamme, die nur ein Tor besser sind, aber auch schon ein Spiel mehr haben – das ist schon ein Wort.

Also ein Hoch auf Glindes Kicker – und beste Noten in der EINZELKRITIK:

Falle: Die Nummer 1 stand auch wie eine Eins. Ließ rein gar nichts anbrennen – und war da, als super Henne seine einzige haarsträubende Szene hatte. Großer Dank fürs Kommen – und Gott sei Dank, dass die kurdischen Demonstranten am Sonntag morgen noch in den Betten lagen.

Henne: Was haben Sie unserem Libero eigentlich in Südafrika verabreicht? War nach seinem Herbsturlaub so was von wach und fit und immer zur richtigen Stelle, dass man froh sein musste, dass im Seniorensport auf Dopingtests verzichtet wird. Einmal ritt ihn der Übermut, doch wer so auftritt, darf sich das erlauben.

Urbsche: Der nächste Garant für den Sieg. Kickte und köpfte alles weg, hielt die Dreierkette geschlossen und brachte seinen Gegenspieler 70 Minuten lang zur Verzweiflung. Wer ihm, wie der Autor dieser Zeilen, in der 61. Minute beim Zurücksprinten in das entschlossene Gesicht mit den gefletschten Zähnen sehen konnte, wusste: Der Mann hat Biss.

Lorenzo: Er legte den quirligsten Angreifer des Gegners mit aller Ruhe und enormer Laufstärke an die Kette. Bis in die grauen Haarspitzen konzentriert – und einem Blick, bei dem die Typen aus dem Elbvorland von Anfang an wussten: Bei dem gibt’s nichts zu lachen.

Hedinho: Die Ballerina der Truppe. Brachte in der 15. Minute das Schussbein fast auf Kopfhöhe und schubste die Kugel zum 1:0 unter die Latte. Ein wunderbares wichtiges Tor. Verneigung vor unserem Coach, der seine Jungs in den Glinder Katakomben exzellent eingeschworen hatte und selbst als Ruhepol und Raumverdichter die Partie entscheidend beeinflusste.

Cisse: Es muss der tiefe Sand in der Segeberger Festspielarena sein. Da hat sich unser Capitano in den Sommermonaten als Karl-May-Cowboy und Sioux-Indianer offensichtlich eine solche Kraft in den unteren Extremitäten zugelegt, dass er jeden Raum zu- und jeden Gegner ablief. Zweikampfstark wie Old Shatterhand, schlau wie Winnetou – eine Gala-Vorstellung.

Vossi-Kai: Der Mann ist in Form. Wieder ein Auftritt erster Güte. Hat ein feines Gespür für die Situation und den richtigen Pass. Manchmal machte er auch nur gekonnt die Beine breit – wie Mitte der ersten Halbzeit, als sein genialer Durchlasser leider von Leichti nicht veredelt wurde.

Guidokowski: Auf den Läufer ist den Verlass. Ackerte sich mal wieder zum Vorbild für Einsatzbereitschaft. Sicherte auch in beengten Situationen das runde Leder – und bugsierte dasselbige kurz vor Schluss so herrlich auf Leichti, dass der sich ganz ungestört auf den Weg zur Entscheidung machen konnte.

Bruder Leichtfuß: Für den Mann mit Drang nach vorn hieß die Devise diesmal: Kommando zurück! Was nötig war, um den Druck aus dem Gammer Kessel in ungefährliche Zonen zu lenken. Natürlich lockte ihn auch des Gegners Strafraum. Zwei Chancen ließ er liegen, aber wusste bei der dritten, was zu tun war: quer spielen – und Heinze jubeln lassen.

Super Mario: Er verbreitete Angst und Schrecken bei den Elbflachländern. Und schlug zu, als die Lage günstig war: Erst provozierte er mit seinem unwiderstehlichen Antritt einen Freistoß, dann guckte er sich die Mauer und den Torwart aus und drosch schließlich aus spitzem Winkel an der Strafraumgrenze den Ball fest und flach ins kurze Eck. Die Vorentscheidung dank Scheckers Schlitzohrigkeit.

Gabbertini: Eigentlich hatte sich der Schöpfer unser geliebten Frank-Gabbert-Arena  schon darauf eingestellt, im Tor zu spielen, weil Falles Kommen wegen der Kurden auf der Kippe gestanden hatte. Doch der gelernte Keeper kam, und Frankie war offenbar so erleichtert, dass er ab Minute eins loslegte wie die Feuerwehr. Das riss alle Glinder mit – und so hätte man dem Initialzünder dieser Partie sehr gegönnt, dass sein schulmäßiger Kopfball im Netz gelandet wäre.

Heinzelmanko: Schock am Morgen: Des Torjägers Hallux valgus schmerzt fürchterlich. Schweren Herzens wurde dem Flehen unseres treffsichersten Stürmers nachgegeben – und auf einen Einsatz von Beginn an verzichtet. Als er dann endlich doch aufs Feld kam, beschäftigte er gleich wie gewohnt die Gästeschar und belohnte sich mit dem 3:0 kurz vor Schluss fürs Tapfersein.

Mezelacker: Noch ein wenig kränkelnd zum Dienst auf dem Sportplatz erschienen, war ihm erstmal nur die Rolle als Backup vergönnt. Am Ende bekam unser verlässlicher Defender dann noch ein paar verdiente Spielminuten. Auch er gehörte zu den großen Siegern an diesem Tag – leider ohne einmal am Ball gewesen zu sein, wie er später traurig unter der Dusche mitteilte.

Dedlisevic: Großer Dank an unseren Mann auf der Bank. Er behielt das Spiel im Überblick, wechselte zur richtigen Zeit, gab die nötigen Kommandos, akzeptierte wie ein Sportler, dass er am Ende ohne Einsatz blieb – und zimmerte so den Rahmen für den Sieg.

Ein geiles Team an diesem Tag: Torsten Falinski, Achim Urbschat, Henrik Schöning, Rainer Lorenz, Jörn Hedtke, Francisco Zitzmann, Kai Voss, Guido Behlau, Andreas Leicht, Mario Scheck, Frank Gabbert, Mathias Heinze, Thomas Mezele, Detlef Sievers.

Danke auch an Betreuer Dieter Schmidt und die Edelfans Manne, Locke und Vadder Gabbert.