Ü50: Herbes 2:7 bei Victoria/ Versagen des Abteilungsleiters?

Tore: 1:0 Scheck, 2:2 Leicht

Der erste Konter saß! Es waren keine fünf Minuten vergangen, da hatte Schecker nach einer klugen Pass-Staffette am Mittelkreis das Leder serviert bekommen, sogleich den Turbo angeschmissen und das Ding anschließend trocken im Tor versenkt. Die Überraschung war gelungen. Doch leider ließ sich der Gastgeber davon nicht beeindrucken. Weil er schon zu dem Zeitpunkt bemerkt hatte, dass unsere Truppe an diesem Tag nicht wirklich dagegen halten konnte. Am Ende hatte der Schiedsrichter ein deutliches 7:2 (2:1) für die 3. Senioren der Victoria notiert – und das ging auch in dieser Höhe in Ordnung.

Denn an diesem trüben Samstag fehlte Glinde fast alles, was für einen Auswärtssieg nötig gewesen wäre: Kondition, Ordnung, Zweikampfstärke, Wille, Lust. Und dazu ein paar Spieler. Mit gerade mal zwölf Mann war Coach Nico Scheck an den Lokstedter Steindamm gefahren, davon zwei Torhüter und Frank Gabbert, dessen Knie eigentlich noch Schonung gebraucht hätte. Auch die gegen stärkere Teams wichtige Unterstützung durch ein, zwei Ü40-Kräfte fiel diesmal aus. Die Victoria hingegen konnte sich großzügig aus ihrem jüngeren Kader bedienen und hatte sich eine hübsche Truppe zusammengestellt, die sich leichtfüßig durch unsere Reihen wirbelte.

So folgte der Ausgleich zwangsläufig nur wenig später und kurz darauf die Führung. Und wenn nicht Keeper Streich, die Latte, ein Glinder Kopf oder das Glück zur Stelle gewesen wäre, hätte es schon zur Pause eine eindeutige Angelegenheit sein können. So blieb uns die Chance, zurück zu kommen. Und die nutzten wir auch: Hatte Kollege Leicht noch vor dem Wechsel mit einem Heber nur die Querlatte getroffen, machte er es kurz nach der Halbzeit besser und kanonierte die ihm herrlich von Heinze in den Lauf gespielte Kugel stramm ins kurze Eck.

Geballte Fäuste auf der Bank. Das hätte ein Wendepunkt sein können. Doch auch dieser kurze Adrenalinkick reichte nicht aus, um hier noch was zu reißen. Zu schwach war man auf den Beinen, zu langsam im Kopf, zu träge im Zweikampf. Ein gefundenes Fressen für die Victoria, die dann ihren Hunger gnadenlos stillte.

Verdient verloren: Harry Streich, Thomas Mezele, Henrik Schöning, Guido Behlau, Thomas Klein, Jürgen Richter, Jörn Hedtke, Andreas Leicht, Mathias Heinze, Jörn Wilkens, Mario Scheck, Frank Gabbert

_________________________________________________ Ergänzung  ___________

Schon vor Spielbeginn kam die Frage auf, warum wir bei Victoria spielen und nicht in Glinde. Im Dezember war Victoria wegen Personalmangel im Hinspiel nicht angetreten.Damals konnten sie nicht Hilfe aus der Ü40 abrufen. Laut Spielordnung ( § 20 Abs.6 ) wechselt das Heimrecht im Rückspiel, wenn eine Mannschaft zum ersten angesetzten Punktspiel nicht angetreten ist. Nach dem Spiel war der Schuldige der Niederlage schnell ausgemacht. Der Abteilungsleiter hatte versagt!(? )Schuldbewusst nahm er die Kritik zur Kenntnis. Die Nachschulung folgte am Sonntag. Doch jetzt die Entlastung. Es handelte sich bei dem Hinspiel im Dezember nicht um die erste Ansetzung, sondern um die zweite, weil beide Vereine eine Verlegung vom Oktober auf den Dezember vereinbart hatten . Durch die Verlegung des Hinspiels trägt der Heimverein sozusagen eine Mitschuld, dass das Hinspiel nicht ausgetragen wurde. Daher wurde das Rückspiel - regelkonform- zutreffend bei Victoria angesetzt. 

gez. F.G. cheeky