5:1 im Pokal: Ü55 eine Runde weiter

Tore: 1:0 Behlau, 2:0 Gabbert, 3:1, 4:1 Leicht, 5:1 Schöning

Lupfer, Heber, 5:1 – der Spielzug zum Endstand einer Partie, in der Glinde dominierte, aber leider kaum glänzte, stimmte versöhnlich. Henne, der Libero, hatte sich aufgemacht, die eigene Hälfte zu verlassen und zwanzig Meter vor des Gegners Tor Leichti in den Fuß gespielt. War danach schnurstracks weiter in den Strafraum gelaufen, währenddessen Leichti die Kugel über die Abwehr lupfte, die Henne schlussendlich aus elf Metern über den herauseilenden Keeper per schulmäßigen Heber in die Maschen lotste. Hübsch anzusehen – so gar nicht passend zu einem in weiten Teilen faden Auftritt der TSV-Truppe.

Doch zuerst zum Positiven: Die fünf Tore, die die Supersenioren an diesem Samstagmittag im weit entfernten Schenefeld zu diesem Pokalsieg über die Spielgemeinschaft Lurup/Blau-Weiß 96 beitrugen, waren ordentlich bis ansehnlich herausgespielt: Das 1:0 fiel nach einer zielgenauen Freistoßhereingabe von Cisco auf Leichti, der Behlau bediente, der den Ball trocken ins Tor bugsierte. Gabbert erhöhte ein paar Minuten später, nachdem man vorbildlich in den Rücken der Abwehr gepasst hatte, eiskalt auf 2:0. Ein Elfmeter verhalf dann den Gastgebern zum Anschlusstreffer und sorgte spontan für einen Leistungsabfall bei Nicos Truppe, die sich aber wieder zusammenriss und kurz vor der Pause auf 3:1 erhöhte, weil Leichti Ciscos exakten Einwurf in den Laufweg per Außenrist ins lange Eck veredelte. Und weil es ja irgendwie auch Spaß macht zu treffen, tat Leichti das nach einem Richter-Pässchen nach der Pause gleich nochmal, bevor Henne wie schon erwähnt für das Sahnehäubchen sorgte.

Fünf Dinger, was will man mehr? Das fragt sich jeder, der nicht dabei war. Doch am bedeutendsten Feiertag der Deutschen präsentierte sich die Oldie-Combo so gar nicht als Einheit. Gegen eine derart brave Truppe wie diese darf man schon mehr erwarten: mehr Laufbereitschaft, mehr Zweikampflust, mehr Ballsicherheit, mehr Wollen statt lieber abwarten. Wenn uns der Gegner nicht fordert, und das wird auch in einigen kommenden Partien der Fall sein, dann müssen wir uns selbst fordern. Man kann sich auch anstrengen und konzentrierten, ohne dass einen der Gegner dazu zwingt. Ein Sieg ist doch einfach schöner, wenn man auch gut gespielt hat. Sich am Wochenende auf dem Platz zu treffen, um nach dem Schlusspfiff den Kopf übers eigene Können zu schütteln – das haben wir Glinder doch nicht nötig. Wir wollen Spaß haben auf allen Ebenen. Also lasst uns dafür etwas tun und die nächsten Spiele mit mehr Biss und Wachheit angehen. Lupfer und Heber – das macht doch mehr Laune als Stockfehler und Fehlpass.

Gewonnen, aber nicht mit Ruhm bekleckert: Harry Streich, Henrik Schöning, Achim Urbschat, Thomas Mezele, Rainer Lorenz, Bernd Bertram, Guido Behlau, Francisco Zitzmann, Andreas Leicht, Jürgen Richter, Frank Gabbert, Andreas Fischer, Hans Gelinski und Coach Nico Scheck