Dreier im Derby: Supis 4:1 in Osbek

Tore: 0:1 (15.) 1:1 Scheck (35.), 2:1 Scheck (59., Elfmeter), 3:1 Zitzmann (62.), 4:1 Leicht (67.)

Der letzte Satz im letzten Spielbericht hatte das Ziel unmissverständlich formuliert: „In Osbek setzen wir den nächsten Meilenstein!“ Und die Truppe hielt sich dran. Haute mit Mut und Macht, mit Glück und Geschick in den Kunstrasen am Meessen den nächsten Pflock ein, schickte die 3. Senioren des Oststeinbeker SV mit einem 4:1 (1:1) zum Duschen und steht weiter dort, wo es einfach am schönsten ist: auf Platz 1 in der KK 02.

4:1! Das klingt nach einer klaren Angelegenheit – und war doch ein hartes Stück Arbeit. Denn zunächst kam das Glinder Ensemble überhaupt nicht ins Spiel. Weil unsere zwei Sechser, Behlau und Lorenz, mit besonderen Deckungsaufgaben betraut waren, klaffte ein großes Loch im defensiven Mittelfeld. Was der Gastgeber nach einer Viertelstunde auch humorlos ausnutzte. Nach einem Ballverlust in der Vorwärtsbewegung flog das Leder postwendend wieder in unseren Strafraum, um per sehenswerten Lupfer über Harry hinweg ins Tor zu flattern. 1:0 – der OSV witterte leichten Angstschweiß beim TSV, setzte nach, spielte sich ein weiteres Mal gekonnt durch unsere Abwehr und schaufelte glücklicherweise den nächsten Heber hinters Glinder Gehäuse.

Die nächste Schrecksekunde, die allerdings ihr Gutes hatte: Die kollektive Lähmung der Truppe löste sich. Ab jetzt ging es endlich zügiger und planvoller nach vorne. Allerdings nicht konsequenter: 1. Mario an den Pfosten, Abpraller zu Leichti, der an die Latte. 2. Leichti in die Gasse auf Gabbert, Torwart hält. 3. Gabbert zu Leichti, der aus fünf Metern wohin? Wieder an die Latte. Drei Hundertprozentige im mit Laub übersäten Strafraum liegen gelassen – und die Sorge, dass uns das Glück abhanden gekommen ist, nur weil der OSV-Platzwart an diesem Sonntagmorgen vorm Tor nicht sauber gefegt hatte. Doch in solchen Momenten scheckert es dann eben einfach mal: Antritt Mario, Gegner ausgewackelt, flach ins lange Eck. 1:1 direkt mit dem Pausenpfiff – die richtige Antwort auf die Frage, ob wir heute wohl das Pech gepachtet haben.

Und dann kam die zweite Halbzeit. Und jetzt standen endlich wieder echte Glinder Männer auf dem Platz. Typen, an denen in dieser Saison keiner mehr vorbeikommen wird: Harry, die Hand. Uns Urbsche. Zauber-Zuchti (heute mit gefährlichem Hang zu Hackentricks). Der Wegmezeler. Rainer Wahnsinn (an diesem Tag DER Kopf der Mannschaft). Beißer Behlau (der so kräftig zuschnappte, dass OSV-Torjäger Lux irgendwann die Luft wegblieb). Giftzwerg Zitzmann. Wirbel-Wilkens. Running Andy (ab heute auch Latten-Leichti genannt). Franky Filigrano. Super Mario. Rambo Richter. Dufter Seiffe. Feinfuß-Fischi. Und der abgezockte Hans. Alle bestens eingeschworen von Nico cool, dem Coach der Stunde im Hamburger Seniorenfußball. Und dessen Ansprache folgten nun auch seine Kicker. Kämpfen, laufen, Chancen erarbeiten – die wichtigsten Tugenden wurden abgerufen. Es dauerte zwar noch ein paar Minuten, bis Mario, vorher einschussbereit im Strafraum von den Beinen geholt, den glasklaren Elfmeter zum 2:1 versenkte. Aber ab dann rotierte die Kugel flott und sinnig von einem Glinder zum anderen. Ein wenig Glück war freilich auch dabei: auf der einen Seite, als Keeper Harry, heute wieder ein Fels in der Brandung, gemeinsam mit Rainer und Guido eine filmreife Rettungstat fabrizierten, auf der anderen Seite, als Fischi so fein wie fest   aufs Tor zielte, der OSV-Schlussmann die Schnelligkeit von Sportskamerad Zitzmann, der den Braten gerochen und sofort den Turbo gezündet hatte, unterschätzte und den Ball nicht schlauerweise weg-, sondern dummerweise gegen unseren Spieler schoss. Ein Bumerang-Tor herrlichster Sorte und der verdiente Lohn für Ciscos Geistesgegenwärtigkeit.

Der Sack war zu. Hinten durfte die Defensive noch ein-, zweimal ihr Können zeigen. Und vorn traf Leichti aus naher Entfernung endlich nicht mehr die Latte, sondern flach ins Netz, weil Mario nach einem hübsch vorgetragenen Konter den Ball kurz vor der Außenlinie mustergültig in die Mitte gelegt hatte. Der Schlusspunkt eines Derbys, das am Ende vor allem eine Demonstration der Glinder Konditionsstärke war. Es zahlt sich aus, das wir auch im Training Gas geben. Also, Leute, lasst uns das Feuer weiter anheizen. Die Dassendorfer riechen es schon.

Sie siegen weiter: Harry Streich, Achim Urbschat, Thomas Mezele, Reinhold Zucht, Rainer Lorenz, Guido Behlau, Francisco Zitzmann, Andreas Leicht, Jörn Wilkens, Mario Scheck, Frank Gabbert, Jürgen Richter, Andreas Fischer, Dirk Seiffert, Hans Gelinski und Coach Nico Scheck. Lautstark an der Linie: Detlef Sievers, Maik Baumann, Bernd Schaffernicht, Thomas Klein, Frank Würfel und die Wollis