Kein frohes Fußballfest: Pokal-Aus für die Ü55

Tja, die Ü55 ist raus aus der Pokalnummer. Was in den Wochen zuvor in der Meisterschaft so schön am Schnürchen lief, setzte sich am Samstagnachmittag auf dem Kunstrasen in Glinde leider nicht fort. 0:4 (0:1) hieß es am Ende gegen die Spielgemeinschaft Holsatia/Sparrieshoop – und die Stimmung im Team war nach Abpfiff des Pokalviertelfinales so frostig wie die Temperatur an diesem dritten und arschkalten Adventwochenende.

Fakt ist: Die Truppe hat deutlich auf die Mütze bekommen. Und für erfolgsverwöhnte Kicker, wie wir es sind, ist die Enttäuschung über so eine Klatsche irgendwie ein bisschen größer als der Niederlagenfrust im allgemeinen. Doch die erste Runde Mischgetränke in der Kabine betäubte den Trübsal alsbald ein wenig. Die Diskussion des Ergebnisses nahm Fahrt auf, die Fehleranalyse rückte mit Witz und Sachverstand in den Mittelpunkt. Jeder war mal der Schuldige, und bei allen, na ja fast allen, kehrte schließlich das Lachen zurück. Dabei half vor allem die Erkenntnis, dass der Gegner – ganz ohne Zweifel – einfach besser war als wir. Sicher, die gute Hälfte der Holsatia-Pokalgarde spielt in der Ü50-Meisterschaft, und die höheren Anforderungen dort machen dann doch einen Unterschied zur Leistungsstärke in der Ü55-Liga. Aber dennoch: Was die weitgereisten Gäste zeigten, war Fußball mit Sinn, Verstand und cooler Cleverness.

Fast durchgängig gut besetzt, allesamt schlanke Sportskameraden mit Kondition, Laufbereitschaft und der Fähigkeit zur engen Deckung, ein exzellenter Torhüter, ein letzter Mann mit Pudelmütze und vor allem Verbandsliga-Vergangenheit, der hinten jeden Angriff abfing, den Raum perfekt im Blick hatte und unsere eigentlich gefürchteten schnellen Vorstöße über Mario und Leichti ein ums andere Mal ins Leere laufen ließ. Gemeinsam mit seinen Abwehrkameraden machte er die Freiräume dicht oder ließ nur soviel Platz, dass auch Ciscos gemeinhin präzise Pässe in die Tiefe verpufften. Dazu kurvte sich im vorderen Mannschaftsteil ein älterer, aber eleganter Kapitän durch die Glinder Defensive, der kaltschnäuzig unsere Abwehrfehler ausnutzte. Und davon gab es einige. Vier davon führten zu einem Gegentor. War das erste in der ersten Halbzeit noch reichlich unglücklich, musste man das zweite in seiner Entstehung gleich nach der Pause schon eher in der Kategorie dämlich-fatal anordnen – im Grunde der Genickbruch. Treffer drei und vier fielen schließlich, weil wir alles nach vorne warfen und hinten das Tor zu Harrys Scheune sperrangelweit offen ließen.

Dabei hatten die TSV-Supis, erfreulicher- und dankenswerterweise unterstützt von zahlreichen Fans, ganz flott begonnen. Hans hatte schon nach ein paar Minuten mit einem ansehnlichen Weitschuss den ersten Akzent gesetzt, Mario und Leichti waren ein paar Mal im Strafraum aussichtsreich aufgetaucht. Doch irgendwie kam die Truppe nicht auf Touren. Der Sturm-Turbo zündete nicht wie gewohnt, die Raumordnung war schlecht, der Abstand zum Gegenspieler zu groß. Obwohl wir in beiden Halbzeiten über weite Strecken den Ball hatten und das Spiel machten, fehlten uns Biss, Durchsetzungsvermögen und Ideen. Der Gegner wartete einfach ab und schlug dann per Konter eiskalt zu.  

In der obligatorischen Spielnachlese in unserer Whatsapp-Gruppe fasste Glindes Coach die Geschehnisse des Tages trocken und knapp zusammen: „Ergebnis zu hoch. Aber schon verdient gewonnen. Die Abwehr von Holsatia hat ihren Job gemacht und unserer Übermacht im Sturm keine Chance genehmigt“, so Nico Scheck. Und weiter: „Das 2:0 kam zweite Halbzeit zu früh. Die ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit sah es eher nach einem 1:1 aus. Pech. Pokal ist alles möglich. So ist es nun.“

Ja, so ist es nun. Und es ist auch so, dass wir noch ein schönes Ziel vor Augen und große Chancen haben, es zu erreichen. Trainer Scheck um 19:18 auf Whatsapp über 2019: „Wir wollen Meister werden. Nächstes Jahr volle Attacke!“ In diesem Sinne, Männer: ein schönes Weihnachtsfest und ein erfolgreiches neues Jahr.

Leider nicht weiter: Harry Streich, Achim Urbschat, Henrik Schöning, Guido Behlau, Bernd Bertram, Jörn Hedtke, Jörn Wilkens, Francisco Zitzmann, Andreas Leicht, Hans Gelinski, Mario Scheck, Frank Gabbert, Andreas Fischer, Thomas Klein und Coach Nico Scheck.