Ü50 siegt 5:1 bei Sternschanze

Tore: 0:1 Heinze, 0:2 Leicht, 0:3 Scheck, 0:4 Zitzmann, 1:5 Leicht

Hätte man doch vorher gewusst, dass der klare Spielstand von 5:1 zur Halbzeit auch das offizielle Endergebnis ist. Dann hätte man sich am Samstag bei den 2. Senioren der Sternschanze einiges ersparen können: erstens den kalten Regen samt ätzenden Hagel in Hälfte zwei (und den Sportskameraden Heinze, der ob der kleinen Körner, die angeblich schmerzhaft auf den kahlen Kopf prasselten, geradezu slapstickhaft das Haupt mit beiden Händen schützend über den Kunstrasen eierte), zweitens die verständlicherweise euphorisierte, aber wohl doch zu hochmütige Pausenandacht von Coach Nico Scheck („Ein 8:1, 9:1 ist hier locker drin“), die uns drittens offensichtlich nicht zu noch besserem Spiel verhalf, sondern vielmehr eine stattliche Anzahl klassisch versemmelter Großchancen (Scheck, Heinze, Gabbert, Leicht) bescherte.

So sehr wir die zweite Halbzeit vergessen sollte, so hübsch war die erste anzusehen. Der Torreigen begann schon früh, als Heinze das Bällchen über die Linie löffelte. Ob wirklich ganz drüber, wurde anschließend heftig diskutiert, aber für die meisten von uns und vor allem für den Schiri war klar: drin das Ding! Tor Nummer zwei ließ nicht lange auf sich warten (Leichti trocken aus zehn Metern in die obere Netzregion), und Schecker schob wenig später die Kugel zum dritten Treffer überlegt ins kurze Eck. Die Truppe spielte auch in der Folgezeit konzentriert auf, kombinierte mitunter flott und flüssig, hatte Lust auf Laufen und Hunger auf weitere Tore. Cisco verwandelte alsbald einen Elfmeter, den Mario herausgeholt hatte, zum 4:0, dann passte beim Gegentreffer mal die Hintermannschaft geschlossen nicht auf, bevor Kollege Leicht erneut das Spielgerät mit Druck in den Bereich beförderte, wo es hingehört.

Doch nach dem Wechsel der Bruch im Glinder Spiel: Während sich also in unserer Kabine ein Hauch von Überheblichkeit breit gemacht hatte, war die Truppe von der Sternschanze mit Biss aus der Umkleide gekommen, gewillt, das Ergebnis etwas ansehnlicher zu gestalten. Und hätten wir Herrn Klein nicht im Kasten gehabt, wäre ihnen das auch gelungen. Doch unser Keeper zeigte wieder einmal Reflexe, die man in seinem Alter nicht unbedingt erwarten darf: hoch die Hand, raus den Fuß, Ball pariert! Irgendwann begriff auch der Gastgeber, dass da nix mehr geht. Glinde kam wieder besser ins Spiel – und hätte an diesem Tag einen dicken Batzen aufs eigene Torkonto einzahlen können. Doch man übte sich lieber im Scheitern, was aber eben nicht so schlimm ist, wenn man schon haushoch führt.

Und so ließ man sich nach Spielschluss verdient eisgekühlte Mische, lauwarmes Krombacher und gelb etikettiertes Astra Edelhonig in der Kabine schmecken, wurden akribisch die Hagel-Dellen auf Heinzes Kopf gezählt und zwei Akteuren höchste Hochachtung gezollt: nämlich den Sportsfreunden Dirk Tesch und Hauke Neuendorf, die an diesem Tag zwei Spiele hintereinander absolvierten. Erst Ü40, dann Ü50 – besser kann man sich den Samstag nachmittag auf dem Sofa nicht verdienen.

Siegertypen: Thomas Klein, Hauke Neuendorf, Achim Urbschat, Henrik Schöning, Dirk Tesch, Francisco Zitzmann, Andreas Leicht, Mathias Heinze, Jörn Wilkens, Mario Scheck, Oli Knoch, Jörn Hedtke, Dirk Seiffert, Frank Gabbert und Coach Nico Scheck