2:1 gegen Blankenese: Ü55 auf Meisterkurs

Tore: 1:1 Leicht, 2:1 Zucht

Wir. Können. Einfach. Nicht. Anders! Ob in Finkenwerder, bei Atlantik oder jetzt am Sonntag morgen daheim gegen Blankenese: Gegen die Spitzenklubs der Ü55-Staffel müssen wir erstmal in Rückstand geraten, um dann mit in die Glinder Vereinsannalen eingehenden Aufholjagden den Spieß noch umzudrehen. Diesmal wähnte sich also Komet bereits im siebten Himmel, feierte nach dem Führungstreffer kurz nach der Pause innerlich schon die Meisterschaft und bekam dann zu spüren, wie es ist, wenn unsere Truppe auf Touren kommt. Zehn Minuten vor Schluss schaffte Leichti den Ausgleich, nachdem er mal eben ganz lässig einen strammen, kniehohen Pass von Cisco mit dem Rücken zum Tor stehend volley in den Winkel zirkelte (was freilich auch abendfüllend in die Hose hätte gehen können). Und ein paar Minuten später schraubte sich Zuchti in die Höh, um das zwar vom Keeper parierte, aber dann herrenlos durch die Luft segelnde Bällchen über die Linie zu bugsieren. 2:1, Abpfiff – die zehn Kometen aus dem Westen waren abgestürzt wie Sternschnuppen im August, verglüht auf dem Glinder Rasen.

Dabei war eine solche Bruchlandung der Gäste lange Zeit nicht zu erwarten gewesen. Technisch versiert, kompakt aufgestellt, mit großartigen Einzelkönner ausgestattet und dem Wissen um die besondere Bedeutung dieser Partie im Kopf hatten die Blankeneser unseren Mannen mächtig Respekt eingeflößt. Die Folge: Glinde zu zaghaft, zu mutlos, zu statisch, zu abwartend, zu wenig zur Bewegung bereit – und nicht fähig, den Gegner kommen zu lassen und trotzdem das Geschehen zu kontrollieren. Und als sich dann doch plötzlich eine große Chance zum Einlochen auftat, drosch Leichti mit zittrigem Fuß in die dritte Etage. Wenigstens stand uns in der ersten Halbzeit das Glück bei: Der Gegner traf auch nicht – und der gute Schiedsrichter die nette Entscheidung, unseren großen Blonden mit der Nummer acht nach zwei beherzten Fouls nicht mit Gelb-Rot den Sonntag zu verderben.

Hälfte zwei begann dann allerdings so, wie man es nicht wünscht. Fränkie verabschiedete sich mit Achillessehnenproblemen vom Spielbetrieb, und der starke Sechser der Gästeschar nutzte eine Lücke im TSV-Verbund zur Führung. Doch im Grunde war genau das das Gute: endlich Rückstand! Endlich das Signal, dieses Spiel anzunehmen. Wach zu werden, zu kämpfen, zu laufen – gewinnen zu wollen. Es dauerte ein paar Minuten, dann war die Marschrichtung bei jedem angekommen: Ne knappe halbe Stunde noch; na klar, das packen wir! Und wir haben es gepackt. Weil wir gekämpft und gebissen, darüber ins Spiel zurück gefunden und das Glück erzwungen haben. Und die mitunter blasierten Blankeneser haben es nicht gepackt. Weil sie es spielerisch lösen wollten statt zurück zu fighten. „Nicht immer gewinnt beim Fußball die bessere Mannschaft“, moserte Komet Nummer sieben nachher an der Kabinentür. Aber die hochmütigere Truppe, Herr Kollege, gewinnt meistens auch nicht.

Nun denn, wichtig ist: Wir allein haben es in der Hand, wieder Meister zu werden. Und das, Männer, das lassen wir uns nicht mehr nehmen!  

Große Kämpfer: Thomas Klein, Thomas Mezele, Achim Urbschat, Henrik Schöning, Detlef Sievers, Francisco Zitzmann, Jürgen Richter, Andreas Leicht, Reinhold Zucht, Frank Gabbert. Und große Unterstützung an der Linie – Danke, Jungs!