Ü55 siegt 3:1 in Buchholz

Tore: 1:0 Leicht, 2:1 Leicht, 3:1 Scheck

Da führt man früh – und muss doch bis zum Schluss zittern. Und fragt sich kopfschüttelnd, warum uns Supis das wie am Samstag beim 3:1 in Buchholz immer wieder passiert. Warum wir es nicht schaffen, nach einem schnellen Tor für den ersten Moment, wo der Gegner erwartungsgemäß auf den Ausgleich drängt, hinten ordentlich dicht zu machen, um alsbald dank unserer Offensivkraft einen schicken Konter zu setzen und mit einem zweiten Tor im Rücken das Geschehen zu kontrollieren.

Bei den Buchholzern hätte es genauso laufen müssen: Nicht mal fünf Minuten waren gespielt, da hatte Leichti nach einer herrlichen Heinze-Flanke das Leder per Kopf wunderbar in den Winkel der langen Ecke bugsiert. Die Grundlage für einen klaren Sieg war gelegt. Doch statt den Ausgleichsbemühungen des offensiv eigentlich harmlosen Gastgebers kompakt entgegenzutreten, ließen wir ihm generös freien Raum. Und so tauchte plötzlich einer der Roten vor Keeper Harry auf, der prächtig parierte, aber das Pech hatte, dass die abgewehrte Kugel gegen das gegnerische Knie und von dort ins Glinder Gehäuse prallte.

Das war gar nicht gut fürs Selbstvertrauen der Truppe. Es wurde fahrig agiert, Konsequenz und Konzentration litten und dadurch die Ordnung, die nötig gewesen wäre, einen schönen, erfolgreichen Spielzug einzuleiten. Zudem kam Hektik auf, als Kamerad Heinze, schon hinter der Toraußenlinie, vom massigen Abwehrrecken mit der Nummer 10 fies abgeräumt wurde und gegen die Bande krachte. Nicht die feine Art, vorsichtig ausgedrückt, und mit der Folge, dass sich Mathias übelst humpelnd in die Kabine verabschiedete, während sein linker Knöchel zu einer kapitalen Schwellung ansetzte. Hoffen wir, dass die Bänder heil geblieben sind. Gute Besserung. Besserung trat dann glücklicherweise kurzfristig auch in unserem Spiel ein. Kurz vor der Pause zog Cisco aus der Ferne ab, der Torwart konnte den Ball nicht festhalten, und Leichti versenkte den Abpraller mit voller Wucht, aber reichlich Glück im Kasten.

2:1 zur Pause. Bei Nicos Halbzeitpredigt wuchs allenthalben die Zuversicht, hier jetzt schnell für Klarheit zu sorgen. Mit breiter Brust ging’s zurück auf den gepflegten Rasen –doch klar wurde nur, dass wir uns hier mächtig anstrengen müssen, wenn wir nicht den Ausgleich fangen wollen. Statt Kombinationsfreude wurde Kampf zum Mittel der Stunde. Aber den nahmen wir dann auch an, zeigten Einsatzfreude und Laufbereitschaft und gingen schließlich auch als verdienter Sieger vom Platz. Die Erlösung kam gleichwohl erst in letzter Minute, war allerdings dafür eine Meisterleistung. Mario, ab Mitte der zweiten Halbzeit als Bollwerk vom Sturm in die Abwehr gewechselt, hatte sich in der eigenen Hälfte das Bällchen geschnappt, den Turbo gezündet und sich in seiner unnachahmlichen Art durch die Buchholzer Formation wie ein Messer durch die Margarine geschnitten. Auf seinem Zug übers ganze Feld hatte er gefühlt jeden Gegenspieler einmal ausgedribbelt und dann dem Keeper mit einem Flachschuss keine Chance gelassen. Ein großartiger Schlusspunkt, ein drittes Tor, das wir demnächst aber mal wieder früher schießen sollten.

Mussten sich mehr mühen als gedacht: Harry Streich, Achim Urbschat, Thomas Mezele, Reinhold Zucht, Jörn Hedtke, Francisco Zitzmann, Jürgen Richter, Mathias Heinze, Andreas Leicht, Thorsten Falinski (Danke fürs Kommen direkt aus der Kur!), Mario Scheck, Guido Behlau, Andreas Fischer, Hans Gelinski und Coach Nico Scheck